Lilja-Ruben Vowe (MA)
Europa-Universität Viadrina, Kulturwissenschaftliche Fakultat, Department Member
- To be continued..edit
1924: Wählerin und Konsumentin – die ambivalente Doppelrolle der Frau in der Weimarer Republik Trotz vieler Widerstände bildeten Frauen nicht nur in der Politik, sondern auch als Berufstätige und Konsumentinnen eine einflussreiche Gruppe... more
1924: Wählerin und Konsumentin – die ambivalente Doppelrolle der Frau in der Weimarer Republik
Trotz vieler Widerstände bildeten Frauen nicht nur in der Politik, sondern auch als Berufstätige und Konsumentinnen eine einflussreiche Gruppe der Weimarer Gesellschaft. So gründete sich der Mythos der Weimarer Republik genau auf jener gesellschaftlichen Durchlässigkeit und Mobilität, welche Frauen ein selbstbestimmteres Leben ermöglichte.
In diesem Artikel werden anhand ausgewählter Wahlappelle aus unterschiedlichen Tageszeitungen Strategien der Mobilisierung von Wählerinnen vorgestellt. Dem rhetorisch entworfenen Frauenbild wird anschließend eine außergewöhnliche Werbeanzeige von C&A sowie eine weitere Werbeannonce von Persil gegenübergestellt werden. Ziel des Artikels ist, anhand dieses Spannungsfeldes zwischen den Bereichen Politik und privatwirtschaftlichem Konsum sowie zusammenhängenden Geschlechtsbeschreibungen in Text und Bild die ambivalente öffentliche Repräsentation der Frauen in der Weimarer Republik in der Alltagskultur aufzuzeigen.
Trotz vieler Widerstände bildeten Frauen nicht nur in der Politik, sondern auch als Berufstätige und Konsumentinnen eine einflussreiche Gruppe der Weimarer Gesellschaft. So gründete sich der Mythos der Weimarer Republik genau auf jener gesellschaftlichen Durchlässigkeit und Mobilität, welche Frauen ein selbstbestimmteres Leben ermöglichte.
In diesem Artikel werden anhand ausgewählter Wahlappelle aus unterschiedlichen Tageszeitungen Strategien der Mobilisierung von Wählerinnen vorgestellt. Dem rhetorisch entworfenen Frauenbild wird anschließend eine außergewöhnliche Werbeanzeige von C&A sowie eine weitere Werbeannonce von Persil gegenübergestellt werden. Ziel des Artikels ist, anhand dieses Spannungsfeldes zwischen den Bereichen Politik und privatwirtschaftlichem Konsum sowie zusammenhängenden Geschlechtsbeschreibungen in Text und Bild die ambivalente öffentliche Repräsentation der Frauen in der Weimarer Republik in der Alltagskultur aufzuzeigen.
Research Interests:
In dem Aufsatz wird aktuelle Wahlkampfkommunikation aus einer kulturhistorischen Perspektive untersucht. Ausgangspunkt der Überlegungen ist dabei, dass bildbezogene Wahlwerbung einen Indikator für eine Ikonographie des kollektiven... more
In dem Aufsatz wird aktuelle Wahlkampfkommunikation aus einer kulturhistorischen Perspektive untersucht. Ausgangspunkt der Überlegungen ist dabei, dass bildbezogene Wahlwerbung einen Indikator für eine Ikonographie des kollektiven Gedächtnisses darstellt. Es werden zwei Fragen gestellt und beantwortet: Inwiefern werden in der aktuellen Wahlwerbung historische Bezüge hergestellt? Und wie veränderte sich die Darstellung historischer Motive in der deutschen Wahlwerbung? Dafür werden die Wahlwerbespots der sieben Parteien des 2017 gewählten Bundestages ikonographisch und ikonologisch analysiert und mit historischen Wahlplakaten von 1924 bis 2002 verglichen. Ergebnis ist, dass das Gestern so gut wie keine Rolle in den aktuellen Wahlspots spielt – im Gegensatz zu früherer Wahlwerbung. Lediglich die AfD setzt 2017 historische Bezüge ein, allerdings mit einer Botschaft, die nicht der bundesrepublikanischen Geschichtsauffassung entspricht. Schlussfolgerung ist, dass in der Wahlwerbung ein angemessenes Verhältnis der Repräsentation von Tradition, Gegenwart und Zukunft gefunden werden sollte und die Vergangenheit und damit der Bezug auf das kollektive Gedächtnis nicht einer rechtspopulistischen Partei überlassen bleiben sollte.
